top of page

KI ersetzt nicht meine Fotografie. Sie gibt meinen Bildwelten nur neue Räume.

 

Ich komme nicht aus der Ecke: „Oh cool, jetzt gibt es KI, jetzt kann ich Bilder machen.“ Ich komme aus einer Zeit, in der man Bildmontagen noch richtig bauen musste. Mit Photoshop, Ebenen, Masken, Freistellern, Licht, Schatten, Perspektive und sehr viel Ausprobieren. Manchmal auch mit zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf. Und genau deshalb sehe ich KI heute nicht als Ersatz für Fotografie. Für mich ist KI eher ein neues Werkzeug. Ein neuer Raum. Eine neue Möglichkeit, Bildwelten zu erschaffen, die vorher nur mit sehr viel Aufwand möglich gewesen wären.

Nicht immer nötig. Nicht immer besser. Aber manchmal genau der fehlende Baustein für eine Idee.

 

 

 

Meine ersten Bilder waren Pixel

 


Ich bin dieses Jahr 43 geworden und wenn ich ehrlich bin, begleitet mich digitale Gestaltung schon fast mein ganzes Leben. Meine ersten Berührungen mit Photoshop hatte ich als Kind. Ich war vielleicht sechs oder sieben Jahre alt. Damals war alles noch grob, pixelig und technisch weit weg von dem, was heute selbstverständlich ist. Aber genau das fand ich faszinierend. Zum ersten Mal habe ich verstanden, dass ein Bild am Computer aus Pixeln besteht. Dass man es verändern kann. Dass man damit gestalten kann. Für mich war das wie Magie, nur mit Maus und Bildschirm.

Gleichzeitig habe ich schon immer gerne gezeichnet. Richtig mit der Hand. Kunst war in der Schule das Fach, das mir manchmal noch den Notenschnitt gerettet hat. Computer waren aber genauso meine Welt. Mein erster Computer war ein Commodore C64. Damit habe ich zwar nicht gestaltet, sondern eher gespielt, aber diese Mischung aus Technik, Fantasie und Bildschirm war schon früh da. Irgendwann kamen dann die Grafikprogramme dazu. Damals hat man nicht einfach ein Tutorial gesucht und nach drei Minuten gewusst, wo man klicken muss. Man ging in eine Buchhandlung, bestellte ein dickes Buch, wartete ein paar Tage, holte es ab und arbeitete sich durch. Macromedia Flash, FreeHand, Photoshop, Webgrafik, Fotografie. Alles, was irgendwie nach Gestaltung aussah, wurde ausprobiert.

 

 

Dann kam die Fotografie dazu

 

Richtig spannend wurde es für mich, als Fotografie und Bildbearbeitung zusammenkamen. Ich habe angefangen zu fotografieren, Bilder zu bearbeiten und mich auf Fotoseiten mit anderen auszutauschen. Damals war das für mich extrem wertvoll. Man bekam Feedback, lernte neue Blickwinkel kennen und verstand langsam, dass ein gutes Bild nicht nur durch die Kamera entsteht.

Es entsteht durch Licht.

Durch Perspektive.

Durch Stimmung.

Durch Timing.

Durch Bearbeitung.

Und vor allem durch eine Idee.

Während meiner Ausbildung zum Mediengestalter hatten wir ein eigenes Fotostudio. Dort habe ich fotografiert, Equipment genutzt und immer mehr gemerkt, wie stark Menschen wirken können, wenn man sie nicht einfach irgendwo hinstellt, sondern bewusst mit Licht arbeitet. Besonders Studiolicht hat mich fasziniert. Menschen wurden dadurch plastischer, klarer, stärker. Nicht mehr nur dokumentiert, sondern inszeniert. Plötzlich sah ein Bild nicht mehr nach Schnappschuss aus, sondern nach Werbung. Und genau das wollte ich verstehen.

 

 

Der Moment, in dem Bildmontage für mich richtig losging

Ich habe mich damals viel mit starken Werbebildern beschäftigt. Besonders Bilder von Künstlern wie Dave Hill haben mich beeindruckt. Diese Motive hatten eine Wucht, die ich vorher so nicht kannte. Aber schnell war klar: Viele dieser Bilder sind nicht einfach so fotografiert.

Sie sind gebaut.

Personen wurden im Studio fotografiert und später in andere Szenen gesetzt. Hintergründe wurden ausgetauscht. Himmel verändert. Böden kombiniert. Lichtstimmungen angepasst. Schatten gebaut. Farben abgestimmt. Das hat mir die Augen geöffnet. Ich habe angefangen, Menschen aus Studioaufnahmen freizustellen und in andere Welten zu setzen. Erst mit vorhandenem Material, später immer bewusster mit eigenen Hintergründen. Ich bin rausgegangen und habe Backsteinwände, Industriegebäude, Straßen, Böden, Himmel und Strukturen fotografiert. Alles, was irgendwann Teil einer neuen Szene werden konnte. Wenn der Himmel nicht gepasst hat, wurde ein anderer Himmel verwendet. Wenn der Boden nicht funktioniert hat, wurde er ersetzt. Wenn die Stimmung noch nicht stark genug war, wurde weitergebaut. Das war für mich ein riesiger Meilenstein. Nicht, weil plötzlich alles perfekt war. Das war es nicht. Aber weil ich verstanden habe, dass ein Bild nicht an dem Ort enden muss, an dem es fotografiert wurde.

 

 

Früher musste möglichst alles von mir sein

Am Anfang war mir wichtig, dass möglichst alles aus meiner eigenen Kamera kam.


Eigene Hintergründe.

Eigene Menschen.

Eigene Texturen.

Eigene Bildbestandteile.

Ich wollte nicht einfach fremdes Material nehmen. Es sollte sich nach meiner Arbeit anfühlen. Nach meiner Welt. Nach meiner Kontrolle. Später habe ich Menschen gezielt fotografiert, Outfits organisiert, Licht gesetzt und mir vorher überlegt, in welche Bildwelt sie später montiert werden sollten. Das waren Abenteuerbilder, surreale Motive, freie Arbeiten und irgendwann auch Bilder, die stärker in Richtung Werbung gingen. Oft entstand das einfach aus purer Lust am Ausprobieren. Irgendwann kam auch 3D dazu. Die Idee, Räume digital bauen zu können und fotografierte Personen dort hineinzusetzen, war für mich wieder ein neuer Meilenstein. So ist Stück für Stück mein Weg entstanden. Aus Zeichnen, Computern, Fotografie, Photoshop, 3D und der Freude daran, Bilder nicht nur aufzunehmen, sondern zu erschaffen.

 

 

 

Stockbilder waren für mich erst schwierig

 

Später kamen Stockbilder dazu. Plötzlich konnte man Hintergründe, Texturen, Himmel oder ganze Szenen kaufen und verwenden. Ehrlich gesagt habe ich mich lange dagegen gewehrt. Nicht, weil Stock grundsätzlich schlecht ist. Sondern weil es sich für mich nicht mehr komplett nach „meins“ angefühlt hat. Vorher hatte ich alles selbst fotografiert. Ich kannte den Ort, das Licht, die Wand, den Boden. Stockmaterial war praktisch, aber emotional war da erstmal Widerstand. Es hat Jahre gedauert, bis ich damit wirklich entspannt umgehen konnte. Irgendwann habe ich verstanden: Entscheidend ist nicht, ob jeder einzelne Bildbaustein von mir fotografiert wurde. Entscheidend ist, ob das fertige Bild funktioniert.

Passt es zur Idee?

Wirkt es glaubwürdig?

Hat es Kraft?

Löst es etwas aus?

Wenn ja, dann ist das Ergebnis wichtiger als die romantische Vorstellung, dass jedes Pixel persönlich von mir eingesammelt wurde. Auch wenn mein innerer Pixelromantiker das anfangs nicht hören wollte.

 

 

Und dann kam KI

Als die ersten KI Bildgeneratoren öffentlich nutzbar wurden, war ich sofort dabei. Natürlich war da Begeisterung. Aber ganz ehrlich: Da war auch kurz Schreck. Wenn man seit Jahren mit Fotografie, Photoshop und Bildmontagen arbeitet, dann schaut man auf KI nicht nur mit offenen Augen, sondern auch mit einer kleinen Stimme im Kopf, die fragt:

„Nimmt mir das jetzt meine Arbeit weg?“

 

Diese Frage ist nicht dramatisch. Sie ist ehrlich. Aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr habe ich gemerkt: KI ist für mich nicht der Ersatz meiner Arbeit. KI ist eine Erweiterung. Das Lernen war wieder ähnlich wie früher, nur anders chaotisch. Es gab keine dicken Bücher, die einem sauber erklärt haben, wie alles funktioniert. Es gab Foren, Chats, Experimente, halbe Erkenntnisse, wilde Tests und viele Nächte vor dem Bildschirm. Also eigentlich genau mein Ding. Ich habe ausprobiert, verworfen, weitergemacht und versucht zu verstehen, wofür ich KI wirklich sinnvoll einsetzen kann.

 


Nicht als Spielerei.

Nicht als schneller Effekt.

Sondern als Werkzeug für Bildideen, die sonst schwer umzusetzen wären.

 

 

 

KI ist für mich der neue Hintergrund

 

Heute sehe ich KI vor allem als neuen Hintergrund. Früher bin ich rausgegangen und habe Industriegebäude, Wände, Böden und Himmel fotografiert. Später kamen Stockbilder dazu. Heute kann ich mit KI Szenen entwickeln, die es so vielleicht gar nicht gibt. Oder die in der Realität zu aufwendig, zu teuer oder schlicht nicht erreichbar wären. Für mich ist das ein riesiger Vorteil. Ich kann Menschen weiterhin selbst fotografieren. Mit echtem Licht. Mit echter Haltung. Mit echter Persönlichkeit. Das bleibt der Kern. Aber die Welt drumherum kann freier werden.

 

Manchmal größer.

Manchmal ruhiger.

Manchmal surrealer.

Manchmal einfach passender zu dem, was ich im Kopf habe.

KI wird dadurch für mich eine Art digitaler Setbauer. Ein Assistent, der mir hilft, neue Räume für Bilder zu erschaffen.

Die Person bleibt echt.

Die Idee bleibt geführt.

Die Bildwirkung bleibt Handwerk.

Nur der Raum wird freier.

 

 

Warum Fotografie Erfahrung bei KI plötzlich wieder wichtig wird

 

Viele denken bei KI zuerst an Prompts. Ein paar Wörter eingeben, Bild bekommen, fertig. Ganz so einfach ist es nicht.

Oder sagen wir so: Man bekommt schnell irgendein Bild. Aber nicht automatisch ein gutes Bild. Wenn man aus der Fotografie kommt, denkt man anders. Man denkt an Brennweite, Perspektive, Licht, Blende, Raum, Schatten, Material, Tiefe und Stimmung. Genau dieses Wissen hilft mir heute enorm bei KI Bildern. Ich kann einer KI nicht nur sagen, was sie zeigen soll. Ich kann viel genauer beschreiben, wie es wirken soll.

 

Welche Perspektive.

Welche Lichtstimmung.

Welche Kameraanmutung.

Welche Tiefe.

Welche Atmosphäre.

Welche Art von Bild.

Das ist ein großer Unterschied. Denn KI kann Bilder erzeugen. Aber sie versteht nicht automatisch, warum ein Bild funktioniert. Sie weiß nicht automatisch, ob ein Motiv glaubwürdig wirkt. Ob das Licht zur Person passt. Ob die Szene zu künstlich aussieht. Ob der Look nur beeindruckt oder wirklich etwas erzählt. Und genau da kommt Erfahrung ins Spiel.

 

 

 

Ein Bild muss nicht nur gut aussehen


Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte. Ein Bild kann technisch beeindruckend sein und trotzdem leer wirken. Gerade bei KI sieht man das oft. Alles sieht irgendwie spektakulär aus. Dramatisches Licht, perfekte Details, große Stimmung. Und trotzdem bleibt manchmal nichts hängen. Weil die Idee fehlt. Ein Bild muss für mich nicht nur gut aussehen. Es muss etwas auslösen.

Neugier.

Vertrauen.

Spannung.

Humor.

Haltung.

Oder einfach dieses Gefühl: Da steckt jemand mit einer Idee dahinter.

Das gilt für freie Arbeiten genauso wie für Bilder, die später auf einer Website, in einer Kampagne oder auf Social Media landen. Am Ende geht es nicht darum, ob ein Bild mit Kamera, Photoshop, Stock, 3D oder KI entstanden ist. Es geht darum, ob es trägt.

 

 

KI ist spannend, aber nicht automatisch besser

 

Ich glaube nicht, dass KI jedes Bild besser macht. Manchmal braucht es einfach ein echtes Foto. Einen echten Ort. Einen echten Menschen. Einen echten Moment. Manchmal wäre KI sogar die schlechtere Lösung, weil sie zu glatt, zu künstlich oder zu beliebig wirkt. Aber manchmal öffnet KI einen Raum, den man vorher nicht hatte. Dann kann aus einer normalen Idee plötzlich eine größere Bildwelt werden. Eine Szene, die nicht irgendwo gefunden werden muss, sondern gezielt entstehen kann. Das ist für mich das Spannende daran. Nicht, dass KI alles ersetzt. Sondern dass sie die Möglichkeiten erweitert.

Mein Fazit

 

Ich sehe KI nicht als Feind der Fotografie. Aber ich sehe sie auch nicht als Zauberknopf, der automatisch gute Bilder macht. Für mich ist KI ein Werkzeug. Ein Assistent. Eine neue Möglichkeit, visuelle Ideen umzusetzen. Das Fundament bleibt trotzdem gleich. Man muss verstehen, warum ein Bild wirkt. Ob früher mit Photoshop, Ebenen und selbst fotografierten Hintergründen. Ob später mit 3D und Stockmaterial. Oder heute mit KI generierten Szenen.

Am Ende entscheidet nicht das Werkzeug.

Am Ende entscheidet die Idee.

Der Blick.

Die Erfahrung.

Die Bildwirkung.

Und genau das finde ich an KI spannend. Nicht, weil sie alles ersetzt. Sondern weil sie neue Möglichkeiten öffnet für Menschen, die wissen, was sie mit Bildern sagen wollen.

KONTAKT PORTFOLIO

Wähle dein Thema und schreib mir kurz.

Interesse an:

Deine Medienagentur im Schwarzwald – persönlich erreichbar

Kein Spam. Keine Newsletter. Ich melde mich in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

bottom of page